PERRY-RHODAN-Kommentar 2010


ZUM STAND DER PARAFORSCHUNG


Für die Milchstraße wohl einmalig dürfte die Sonne Morbienne sein, die ein ungewöhnlich starker Hyperstrahler ist und hierbei ein Spektrum aufweist, dessen Maximum Emissionen betrifft, die bei etwa einem Petakalup angesiedelt sind. Verbunden ist dies mit einem allgegenwärtigen paranormalen Druck, dem ohne PsIso-Netze nicht standzuhalten ist und der dafür verantwortlich war, daß schon kurz nach der Entdeckung des Systems durch die Blues der in der Lebenszone befindliche dritte Planet zum Zerhüüynen erklärt wurde, einem »verbotenen Planeten«.

Sobald wir es mit UHF- oder noch höherfrequenten Bereichen des hyperenergetischen Spektrums zu tun haben, handelt es sich um Phänomene, die der terranischen Wissenschaft immer noch weitgehend verschlossen sind. Eines der Hauptprobleme hierbei ist, daß Erzeugung und Handhabung weiterhin mit beachtlichen Schwierigkeiten verbunden sind und demzufolge die Grundlagenforschung ziemlich erschweren.

Die von dem berühmtesten arkonidischen Paraphysiker Belzikaan um 15.600 vor Christus gewonnenen Erkenntnisse gelten deshalb sogar heute noch als »Standardwerk«; Individualtaster, Psychostrahler, Simultan- und Fiktivspielprojektoren sowie die Anlagen zur Extrasinn-Aktivierung stellen weiterhin die bekanntesten Anwendungsformen dar. Erst mit dem auf Camelot entwickelten Hyperraum-Resonator steht ein Instrument mit verfeinerten Nachweismöglichkeiten zur Verfügung, wobei die Interpretation der Meßergebnisse erst am Anfang steht. Welche Auswirkungen die Monochrom-Mutanten auf die Forschung haben werden, muß sich erst noch herausstellen. Über einem Mangel an »Studienobjekten« braucht sich jedenfalls niemand zu beklagen ...

Was wissen wir?

Der als »Psi« oder »Hyper-Psi« umschriebene Bereich ultrahochfrequenter Hyperschwingungen reicht von 8,657 x 1013 bis 4,3285 x 1015 Kalup. Ein Ausschnitt von einigen hundert Megakalup Bandbreite bei etwa einem Petakalup (1 x 1015 Kalup) wird hierbei den natürlichen Parakräften zugeordnet. Starke Einzelfähigkeiten wie Telepathie oder Telekinese stechen hierbei als klare Peaks mit großer Amplitude hervor, während der Rest ein eher willkürlich erscheinendes Schwingungsmuster darstellt.

Dieses kann bis zu einem gewissen Grad – soviel weiß man inzwischen – als dem Bewußtsein äquivalente Ausdrucks- oder Darstellungsform von Lebewesen betrachtet werden, als mehr oder weniger gut interpretierbares Modell ihrer Seele, ihres Geistes, ihrer Vitalkraft, des »latenten Zhy«, wie es beim Dagor heißt. Es handelt sich um jene Komponente, die den höhergeordneten Bereich widerspiegelt und mangels einer besseren Bezeichnung manchmal als »fünfdimensionaler Appendix« umschrieben wurde.

Bei geeigneter Darstellungsform erscheinen die Muster als Glühen und Leuchten hyperenergetischer Koronen – im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie meist unter dem Begriff Individualschwingungsmuster zusammengefaßt, wenn Scanner sie erfassen, oder als Individualauren, sofern sie auf paranormalem Wege wahrgenommen werden: Die Bewußtseinsfelder umspielen hierbei den eigentlichen Körper, durchdringen und überdeckten die vage-flockige Struktur von Materie, die ja nur für unsere groben Sinne scheinbar fest und stabil ist.

In Diagrammform aufgetragen, ergibt sich eine lange, komplexe Kurve mit Zehntausenden von Zacken, Spitzen und Tälern – »Zuckerman-Spektrum« genannt, das sich nicht nur von Spezies zu Spezies deutlich unterscheidet, sondern auch von Individuum zu Individuum. Inzwischen wird das Zuckerman-Spektrum als eines der wichtigsten Hilfsmittel der Paraforschung angesehen, obwohl sich gerade mal fünf bis zehn Prozent exakt deuten oder bestimmten Eigenschaften zuordnen lassen. Es wird vermutet, daß sich Intelligenz und Lebenskraft, geistige und körperliche Verfassung ebenso daraus ablesen lassen wie paranormale und transpersonale Kräfte und Wirkungen.

Als gesichert gilt nur – nicht zuletzt als Ergebnis der Entwicklung der APRE- und PsIso-Netze –, daß das Zuckerman-Spektrum als Teil oder 5-D-Äquivalent von ÜBSEF verstanden werden muß, also jener »Konstante«, die seit der Begegnung mit den Cappins bekannt ist; ÜBSEF steht hier für »überlagernde Sextabezugs-Frequenz«, welche auch als »Hypersexta-Modulparstrahlung« umschrieben wird.

Weil jede Welt alle die auf ihr lebenden Wesen zu einer gemeinsamen, höheren Struktur einer Kollektiven Individualaura vereint, bei der es sich um die ihrerseits lebendige Korona aller Lebensformen handelt, gleicht deren UHF-»Leuchtkraft« einer Sonne in einzigartiger Charakteristik – sofern die entsprechenden Wahrnehmungs- und Nachweismethoden zur Verfügung stehen.

Daß Sonnen Hyperstrahler sind, ist ebenfalls seit langem bekannt. Meist bewegen sich diese Emissionen zwar im niederfrequenten oder hyperelektromagnetischen Abschnitt des Hyperspektrums, aber es sind auch solche bekannt, die in die UHF-Bereiche hineinragen. Die Sonne Medaillon beispielsweise besitzt eine zuvor unbekannte Strahlungskomponente, unter deren Einfluß auf der in den Mahlstrom versetzten Erde die Aphiliker entstanden (nachzulesen in den PERRY RHODAN-Romanen ab Nummer 700).

Vor diesem Hintergrund kann Morbienne – von den Kraverkern Yuna-Cum genannt – ebenso wie der dritte Planet als Unikat gelten, denn auf keiner anderen bekannten Welt in der Milchstraße wurde bislang eine derart große Konzentration psionisch beziehungsweise paranormal aufgeladener Stoffe festgestellt, hier Fluut genannt. Und es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen sich aus den gemachten Beobachtungen für die weitere Paraforschung ergeben – nicht zuletzt, um die mit Morkhero Seelenquell verbundenen Rätsel zu lösen ...

Rainer Castor